Februar 2021 visualisieren

15. Februar 2021

Februar 2021 visualisieren

Visualisieren: wie Bilder helfen

Dies sind Beispiele (siehe unten) welch unterschiedlichen Techniken der Visualisierung im Sport angewandt werden.                                            

Der Geist hat bekanntlich einen großen Einfluss auf den Körper. Wenn wir an etwas Positives oder Negatives denken, mixt unser Gehirn sozusagen einen Hormoncocktail zusammen, der unsere körperliche Leistungsfähigkeit über Minuten, vielleicht sogar über Stunden und Tage beeinflusst. Wer sich beispielsweise während des Trainings oder vor einem Wettkampf vorstellt, wie er auf dem Siegertreppchen steht oder den perfekten Sprung, Wurf oder Lauf hinlegt, geht mit einer größeren Sicherheit an den Start als jemand, der einen ungültigen Versuch oder einen kapitalen Fehler vor Augen hat. Visualisierung ist vielfältig einsetzbar. Klar ist, dass Bewegung und Vorstellung nicht zu trennen sind. Damit werden Ziele, wie Stress und Ängste reduziert und das Selbstbewusstsein gestärkt.

 

Wo kommen Visualisierungen zum Einsatz?

Die Visualisierung dient im Leistungssport auch als Trainingsmethode, wobei sich bei dieser psychologischen Technik der Sportler vorstellt, wie er eine für seine Sportart typische Bewegung oder Disziplin ausführt. Dabei muss sich der Sportler intensiv auf jede einzelne Feinheit des Bewegungsablauf konzentrieren und in Gedanken möglichst perfekt absolvieren. Obwohl der Sportler die Übung nur in seinen Gedanken durchspielt, kann er damit ähnliche Erfolge erzielen, als wenn er sie tatsächlich in Form der Anwendung trainiert hätte. Der Effekt stellt sich deshalb ein, weil das Nervensystem lernt, wie es die Muskelkontraktion optimal steuern muss, um etwa bei einer bestimmten Bewegung mehr Kraft zu erzeugen. Sportpsychologen und Mentaltrainer unterscheiden dabei zwei Arten: Bei der einen Technik betrachtet sich der Sportler selbst als Außenstehender, d. h., er sieht in Gedanken gewissermaßen einen Film, wie er die gewünschte Leistung erzielt. Beim zweiten Ansatz muss sich der Trainierende so detailliert wie möglich vorstellen, wie schwer sich etwa bei einem Gewichtheber seine neue Rekordlast anfühlen würde, wie kalt sich die Hantel anfühlt und wie sich die Muskeln unter dieser Belastung immer stärker anspannen. Vor allem die zweite Technik hat sich im Leistungssport etabliert.
Ein Leistungssportler, der ein gutes Körperverständnis hat, kann zum Beispiel technische Defizite schneller erkennen. Und er lernt in der Regel auch schneller, diese abzustellen“. Jeder Gedanke als Wort oder Bild hat seinen Körperlichen Ausdruck auch wenn der undeutlich bleibt. Visualisierungen dürfen nie negativ sein. Stattdessen sollte man sich einen positiven Handlungsplan bereit legen:
Visualisieren ist ein Produkt, ein wertvolles Werkzeug für bessere sportliche (und berufliche) Leistungen.

Athleten, die regelmäßig visualisieren, haben mehr Selbstvertrauen, einen besseren Fokus, können besser mit Druck umgehen, sind konstanter in ihrer Leistung, verbessern ihre Bewegungsmuster und damit ihre Leistung.

 

Mentales Training

Das Nervensystem und nicht die Muskulatur steuert Muster, Abstimmung und das Training einer Bewegung. Stellt man sich eine Bewegung lediglich vor, so ist sie für das Nervensystem real. Anfänglich wird aus der Verwirrung gelernt. Dazu kommen Gedanken immer wieder zur schwierigen Sequenz zurück, bis die nächste Stunde kommt. Vorstellung von präzisen Bildern werden zusammen gesetzt und ein schnelles Modell wird vorbereitet. Einzelteile werden langsam im Geist zusammengebaut und das bewegt den Körper mit. Programmiert hatten meinen Muskeln ein Gedächtnis entwickelt. Der Körper kann spontane Reaktion verlangen und abrufen und es funktioniert auch. Die Lernfortschritte sind zwar nicht linear, aber der Zugang zu einem neuen System wird geschaffen. Beherrscht man die Elemente einzeln, dann steht einer ganzheitlichen Methode (komplette Bewegungsfolgen) nichts mehr im Weg. Die Fortschritte können mystisch und unglaublich aussehen. Einiges davon ist auf die charismatische Persönlichkeit des Trainers zurückzuführen. Große Erfahrung sind nötig, um viel Energie aufzubringen. Ich zeige den Weg auf, nicht nur die Ziele. Hier wird von einem Prozess geredet nicht vom Ergebnis. Wen das alles eher verwirrt als aufklärt, das ist auch nur ein Teil vom Ganzen…  

 

Worte und Bilder

Es kann hilfreich sein, wenn man mit Worten formulieren kann, was sich bei einem Sprung eigentlich tut – aber das reicht noch lange nicht aus. Da spielt eine ganze Reihe von Faktoren zusammen, damit die Bewegung ästhetisch und kontrolliert zugleich ist. Wörter sind vorteilhaft, wenn sie sich in Bilder und Gefühle, also in Vorgaben für die linke Gehirnhälfte übersetzen lassen. Wer sie aber effektiv nutzen will, muss Ihnen eine zusätzliche Dimension verleihen.

Metaphern sind Worte und Bilder gleichzeitig und damit weiß der Körper umzugehen. Eine Metapher ist zweisprachig: sie spricht beide Teile des Gehirns an, verbal die linke und bildlich die rechte Seite. Z.B.: ein Designer der einen Schwung aufgezeichnet hat, kann den Vorgang anschließend auch genau beschreiben. Und ebenso funktioniert der Körper. Hat er keine Vorlagen, bleiben die Muskeln und Sehnen steif.

Außerdem ist es ein großer Unterschied ob man über etwas nachdenkt oder sieht. Vergiss nicht, wenn du mit dir redest und vergiss auch nicht dass der Körper bildlich denkt. Der Athlet muss mental den Unterschied zwischen darüber reden oder denken und sehen erkennen. Man muss Bilder sehen lernen.

Im ersten Fall beobachtet man meistens nur, im zweiten Fall aber erlebt man das Geschehen am eigenen Körper. Beide Erfahrungen sind für die Visualisierung hilfreich, doch ist das Erleben wegen seiner große „kinästhetischen“ Komponenten noch wirksamer: Dieses Gefühl für die Bewegung ist entscheidend.

 

By TVP Webmaster Allgemein Leichtathletik Share: