29.09.2019 Degerloch

29. September 2019

29.09.2019 Degerloch

Degerloch/Stuttgart – red./jack. Der Erfolg stellte sich bei Nathanael Bordne U18 auch erst mit der Zeit ein.

In der Halle am Dienstag war er sehr optimistisch. Leichtathleten verlieren nun nie freiwillig und möchten stets ihr Bestes geben. In Degerloch stand Nathanael Bordne ohnehin vor einer Zerreißprobe, immerhin war Leistung gefragt. Er stand vor den geforderten 1,85 m, der Qualifikation für die kommenden Hallenmeisterschaften 2020. Verliert er, ist es Tatsache, dass er für das erste Mal, bei einer Teilnahme für die großen Hallenmeisterschaften nicht teilnehmen würde. Da er dieses Jahr nicht richtig voll ins Training eingestiegen ist, läuft er seiner Bestform ebenfalls hinterher. Eine gefährliche Entwicklung. Denn die verpassten Gelegenheiten bei den Wettkämpfen sollen die Athleten wieder daran erinnern, wie schnell es abwärts gehen kann. Große Auswirkungen, die irreparabel bleiben werden und die Glanzzeiten für immer verschwinden lassen. In Degerloch sollte er mit Weitsicht die Chance nutzen, Unklarheiten zu beseitigen.

Bei deutlich angenehmen Temperaturen mit 19 Grad, waren die Bedingungen im Stadion “Hohe Eiche”perfekt.

Die ersten Eindrücke zeigten, dass Nathanael sich im Wettkampf-Modus befand und alles möglich war. In einer Top-Verfassung hat er oft positiv zu denken versucht. In der Vergangenheit hat er auch immer wieder seine Form gefunden, egal was passierte. Aber dieses Jahr hat er diese Ziele garantiert nicht absolut auf dem Schirm gehabt.

Auf dem Sportgelände „Hohe Eiche“ in Degerloch musste er sich anpassen und der gestauten Energie freien Lauf lassen. Normalerweise ist Nathanael der perfekte Improvisator wenn es darum geht, doch dazu war keine Zeit mehr. Vor allem der Start von Nathanael spiegelte eine blendende Verfassung wider, aber als Spätzünder auch Verunsicherung. Beim Einspringen patzte er regelrecht unerwartet. Nichts als Sprunghaft und unkonzentriert. Konstanz war für ihn dieses Jahr ein Fremdwort. Entweder kann er sich nun am heutigen Tag der Herausforderung stellen oder vor ihr davonrennen. Er sollte sich auch nicht von Selbstzweifeln daran hindern lassen! Die Angst vor dem Verlieren ist größer als der Hunger nach dem Sieg.

In seiner Paradedisziplin, dem Hochsprungwettbewerb der U18, ging er an den Start und zeigte mit großem und stabilen Geschickt seinen Willen, als ob er das große Los gezogen hätte. Es war Arbeit mit dem Trainer in einem unschlagbaren und geschlossenen Team, das andere überflügelt. Die ausgewählte Einstiegshöhe 1,65 m war in Ordnung und es lief anschließend alles rund. Weitblick ja, aber alles sollte mit Maß und Ziel ausgeführt werden. Er ging frisch drauflos. Nachdem er kurz vor Eingang in die Kurve seinen Schritt verbesserte, konnte er wesentlich höher springen. Schön kurvte sich Nathanael bei der Überquerung über die Latte zur Traumhöhe. Ab der Höhe von 1,70 m konterte Nathanael sicher bis 1,80 m alle gegnerische Angriffe erfolgreich und brachte alles ins Trockene. Bis dahin behielt er die Oberhand. Als noch einziger Springer wurde die ungeahnte Höhe erreicht. Das Erlernen der Technik konnte er hervorragend in den Vordergrund stellen. Dann wurde die Situation immer prekärer, aber er blieb auf Motivationskurs. Er zeigte Nerven wie Drahtzeile und die Entscheidung nahte. Für die neue persönliche Bestmarke von 1,85 m benötigte er erst zwei Versuche. Da durfte er einen Patzer hinnehmen. Bei 1,88 m wiederholte sich das Szenario, touchierte im ersten Versuch zwar die Latte leicht, die letztendlich nicht runter fiel. Was für eine Hausnummer! Das war das Gefühl einer ausgezeichneten Regeneration für den Trainer „Jack“.  Bei der endgültigen Höhe von 1,90 m verpatzte er im ersten Versuch unglücklich. Bei den letzten zwei Versuchen war bereits “die Luft raus”. Technik „exquisit“ wurde ihm von dem Kampfrichter gratuliert. Das Jahr 2020 kann kommen.

So kennt der Trainer Nathanael zu 99%. Er besitzt die spezielle Gabe einer starken Konzentrationsfähigkeit. Als Spätzünder kann er sein Talent durchsetzen um an der Spitze zu bleiben. Außerdem hat er ein klares Gespür für die eigenen Grenzen und Beschränkungen. Freundlichkeit mit Menschen und Großzügigkeit sind privat wie auch auf dem Sportplatz bei ihm sehr ausgeprägt. Mit seinem Opportunismus kann er sich höhere Ziele setzen. Nun steht er bereit, qualifiziert für die Baden-Württembergische Hallenmeisterschaften der neuen Saison 2020. Auf diese Weise können Menschen beim Sport sehr gut Stress abbauen. Hier haben wir ein Beispiel miterleben dürfen!

Fazit: Du musst nicht spitze sein, um anzufangen. Aber du musst anfangen, um spitze zu werden. /jcg

By TVP Webmaster Allgemein Leichtathletik Share: