26.01.2020 Mannheim

26. Januar 2020

26.01.2020 Mannheim

Mannheim-red./ jack.  In Führung gegangen und dennoch blieb ein Podestplatzerfolg verwehrt.

Leistung die unseren Athleten auch in diesem Jahr alles abverlangt. Nur mit Trippelschritten, aber Richtung Landesspitze. Begegnungen im Hochsprung werden intensiver. Auf ein regelmäßiges Training sollten mindestens jeder/de Sportler/in Rücksicht nehmen. Im Olympia Stützpunkt Rhein-Neckar in Mannheim herrschte hohe Spannung. War die Nathanael-Chance in Mannheim die Chance für den ganz großen Wurf? Wir haben auf einen weniger nerven aufreibenden Wettkampf gehofft, aber wir mussten das Gegenteil erleben. Außer zu hoffen, dass der Faden irgendwann reißt. Da wir mit hohen Ambitionen nach Mannheim angereist waren, erwarteten wir Duelle Man gegen Man, was auch Nathanael´s Standard ist. Er ist ein echter Tatmensch.

Geistig-seelisch geprägt ist er von Mut, Selbstvertrauen, Entschlossenheit und Stolz. Er ist stets lernbegierig, sehr praktisch veranlagt, hat Vertrauen zu den eigenen Fähigkeiten, ist aber in der Regel zu konsequent und eigensinnig. Die ganzen Charaktere, heldenmütig und ausdauernd in allem, manchmal wohl etwas impulsiv, dennoch mit guter Beobachtungsgabe. Der Trainer fügt hinzu: “Ich schätze Nathanael sehr, was er bisher mit wenig Aufwand im Hochsprung erreicht hat”. Nur wenige Athleten im kleinen Verein schafften den Sprung in diesen exklusiven (DLV) Kreis, aktuell auf den 17. Rang. Er ist neben „Lasse“ ein absolutes Aushängeschild für die Abteilung. Er sollte nebenbei begreifen, dass man Probleme nicht damit lösen kann, wenn man nur ständig an sie denkt. Somit kann man kein besseres Gleichgewicht herstellen. Mit vielen oben zitierten positiven Qualitäten kann man sich auch das Leben schwer machen. Nathanael muss sich immer Mühe geben um etwas zu bekommen. Diese Vorlage besitzt er leider nicht, ebenso wenig Geduld.

Showdown auf höchstem Level. Die Gegner gleichwertig aber ein Tick besser.

Klar hatte man Nathanael in Mannheim auf dem Podest gern gesehen. Nun wurde es ein vierter Platz.

Von Beginn an eine Nervenprobe. Irgendwo mehr riskieren und die Differenz machen und das ohne in Gefahr zu geraten. Mit 1,80 m sollte die U20 sich mit den Aktiven zum warm machen einspringen. Es half den Aktiven die über 2,00 m springen konnten, aber den U20 Teilnehmern eben nicht. Die U20 Protagonisten hatten alle Schwierigkeiten beim Einspringen. Da sie bei 1,80 m noch keine technische Reife zeigten, zudem wurden alle verunsichert und  apathisch. Die Kampfrichter machten sich keine Gedanken. Zwei Wochen danach musste man feststellen, dass Mannheim kein gutes Pflaster für unseren Athleten ist. Normal sollte der Leichtathletiksport geerdet sein um sich gut bewegen zu können, aber im Kopf wird letztendlich entschieden, was gemacht wird. Unsinn. Die Meinung des Trainers war total anders.

Bei der ersten Hürde (Anfangshöhe) erarbeitete sich Nathanael einen Vorteil für die nächste Höhe von 1,85 m. Er ging in Führung, ohne Fehlversuche. Stattdessen leisteten sich die Gegner die ersten Fehlversuche. Im gleichen Takt ging es weiter bis auf die nächste Höhe. Bei 1,85 m fielen überraschend früh die ersten Entscheidungen die für die endgültigen Platzierungen sorgten.

Unerwartet war der Lauf von Nathanael gestoppt. Im zweiten Versuch hätte er noch die Chance auf einen zweiten Platz gehabt, hätten die Fersen die Latte nicht touchiert. Weiterhin kam Nathanael nicht in die Gänge. Er sah so aus, als ob er völlig überrumpelt wäre. Es gibt halt solche Tage im Leben eines Sportlers. Vielleicht ist es ja irgendwie einfacher, eine klare Pleite wie in Mannheim auszublenden. Eine Niederlage ist womöglich bitterer, wenn du Chancen hattest. So eine Niederlage sollte man total niederschlagen. Im nächsten Wettkampf kann es wieder genau umgekehrt laufen. Nun ist die Hallensaison für Nathanel beendet.

Im Hintergrund und die letzten zwei Wochen laborierte Nathanael mit einer Entzündung an der Ferse des Absprungfußes. Bereits im Training zeichnete sich schon eine starke Pronation im Kurvenlauf aus, bis zum Absprung. Folglich ordnete der Trainer eine Ruhepause von 2 Wochen an, da im kommenden Sommer auf der Bahn hochkarätige Veranstaltungen vor uns stehen, u.a. Meisterschaften (Ba-Wü. Anfang Juli in Heilbronn) inklusive. Hochsprungtraining in der aktuellen PGH Halle mit Turnschuhen auf einem rutschigen Linoleum Boden ist ab 1,80 m fast nicht mehr denkbar. Weitere mögliche Leistungen nach oben werden gebremst und die weitere Entwicklung der Athleten automatisch gestoppt. Damit werden Ambitionen eines Sportlers wie die des Trainers regelrecht zerstört. Somit fehlte es bei Nathanael auf jeder Ebene an Geschwindigkeit und Energie. Richtige, dynamische Sprünge konnte er nicht gestalten, die ihm an diesem Tag das Leben schwer machten.

Nun gab er den geglaubten Podestplatz sicherlich ungewollt aus der Hand. Andersrum war die Erwartungshaltung ziemlich hoch, speziell wenn der Sportler ambitioniert ist. Dennoch Druck genug, da dieses Druckverhalten leider immer bei den Wettkämpfern dabei ist. Seine Gegner schienen einen dieser Tage erwischt zu haben; ein “Tick“ an dem nichts oder wenig schief gehen konnte. Damit hat er es seinen Gegnern zu einfach leicht gemacht, da braucht er mehr Bodenhaftung kommentierte Trainer Jack. Gleichwohl will er das Resultat nicht schlechtreden. Besser als einen vierten Rang hätten wir uns gern gewünscht! Schade!

Inzwischen sind die Gedanken des Trainers aufzuhören immer präsenter. Ein Bruchteil einer Sekunde wird er nur gebrauchen sich zu entscheiden.

Fazit: Es spielt keine Rolle, woher du kommst. Alles was zählt ist, wohin du gehst!

By TVP Webmaster Allgemein Leichtathletik Share: