20.07.2019 Regionalmeisterschaften Stuttgart

20. Juli 2019

20.07.2019 Regionalmeisterschaften Stuttgart

Begegnungen, Abwechslung sowie Einladung zur Aktivität führen Lasse Schulz zur Aufbruchstimmung

Stuttgart-red./ jack. Aufmerksamkeit schenken im Wettkampfgeschehen, weil für Lasse viel auf dem Spiel stand. Selbstverständlich fanden die aller letzten Meisterschaften in diesem Kalenderjahr statt. Der 15 jährige Athlet Lasse Schulz gehörte zum Kreis der Podiumskandidaten. Leichtathletik, bei dem Geschicklichkeit, Geduld und Fingerspitzengefühl gefragt wird, stellt für den Trainer ein ideales Betätigungsfeld dar. 

Probleme lösen.

In den entscheidenden Momenten war Trainer Gilgien betont zur Stelle, Unstimmigkeiten zu erkennen und dann auch gleich eine Lösung dafür zu finden. Zur Verwirklichung der Ziele steht eine außergewöhnliche Hartnäckigkeit mit u.a. kontrollierten Arbeitssiegen an. Ist der Geist wach, neigt man dazu an Hindernissen zu wachsen, solange man sich nicht rücksichtslos zeigt. Meistens trifft es die Menschen, die sich nicht entscheiden können, was sie tun möchten.

Der Anlass in Stuttgart bot viele spannende Wettkämpfe und für die Leichtathletikabteilung zahlreiche erinnerungswürdige Momente. Insgesamt alle Teilnehmer haben am Wochenende ausgezeichnete Bedingungen vorgefunden, außer einem unberechenbaren Wind, der zeitweise Kapriolen spielte.

Die Festwiese in Stuttgart war Austragungsort der diesjährigen Leichtathletik-Regional-Meisterschaften. Betrachtet man die nicht optimale Vorbereitung auf diesen Saisonhöhepunkt, so stellt sich das Ergebnis mehr als zufriedenstellend dar.

Auf dem Weg nach Stuttgart konnte Lasse bis dato eine Podest Siegerliste von 28 Siegen, 19 zweite Plätze und 7 dritte Plätze vorweisen. Mit Trainer Jack leidet die Qualität der Leichtathletik überhaupt nicht. Der Lohn waren Qualifikationen und Teilnahmen an den Kreis, Regional, Württembergischen, Baden-Württembergischen bis zur Süd-Deutschen Meisterschaft.  

Nicht zimperlich!

Es sollte nicht nur eine Stippvisite für Lasse Schulz (868) in Stuttgart sein. Die Maßstäbe durften aus dem gewohnten Rahmen ausbrechen. Natürlich sollte man Vollgas geben.

Erreichte Podestplätze des Teams stehen nach einer viermonatigen Freiluftsaison bei 47-28 und 13. Die überaus erfolgreichen Meisterschaften 2019 sind nach den Regionalmeisterschaften als Höhepunkt in Stuttgart nun beendet.

Überblick-Impulse-Verantwortung-Kompromissbereitschaft

Der Wettkampf verlief genauso erfolgreich wie erhofft. Die Bedingungen bei Hohen Temperaturen um die 30° erschwerten die Leistungsbereitschaft. Man sollte daran denken, dass Lasse´s Erfolg auf harter Arbeit beruht.  Unzulänglichkeiten wurden und werden akzeptiert. Nun tragen seine Leistungen Früchte und er kann sich auf seinen Lorbeeren ausruhen. Seit langem erkannt ist die Qualität des Trainings, was wichtiger ist als Quantität. So darf Lasse im Monat September ruhig mal etwas kürzer treten. Außerdem hatte er in seinen Paradedisziplinen die Konkurrenten stets im Blick.

Wieder war dafür der talentierte Nachwuchs aus Stuttgart Plieningen zuständig, reine Routine, die er garantiert neu erlebte. Lasse setzte dieses Credo mit märchenhafter Sicherheit um. Er ist außergewöhnlich, weil er mit voller Hingabe dabei ist. Er versteht es unter Druck Sonderleistungen zu erbringen, zweifeln tun immer die anderen.

Heute wollten wir mal Grenzen sprengen und die Langweile schnell überbrücken, so dass Lasse beispielweise mit der ersten Forderung des Tages dem Hochsprung startete. Der junge Hoffnungsträger wollte glänzen und powerte sich unbestritten total aus.

Die Folgerung: Er sorgte für den ersten Paukenschlag mit einem Überraschungssieg, den er verbuchen konnte. Souverän erfüllte der Schüler des Gymnasiums Plieningen die optimistische Prognose seines Trainers. Wenn man gewinnen will, muss man sich die Kräfte bis ins letzte Detail einteilen. Nach verbesserten Handlungen reagierte Lasse kurzentschlossen und machte alles richtig. Nach den erfolgreich übergesprungenen 1,63 m und 1,66 m, wobei weitere Anwärter auf Sieg gesetzt hatten, vollendete er die unabdingbaren Voraussetzungen für den späteren wohlverdienten Sieg.

Stundenweise stieg die Begeisterung

Weiterhin bewies Lasse Schulz bei den Titelkämpfen in Stuttgart seine Begeisterung verschiedentlich auf dem Weg zum Titel im Wurfbereich.

Nachdem es am Vortag beim Training oftmals nicht so gut lief, „Anfangs denkst du, es geht fast nicht vorwärts und plötzlich gewinnst du!“, durfte sich Lasse in Stuttgart über einen rundum gelungenen Wettkampf freuen.

Er konnte seine Form beim Diskus, Speerwerfen und im Kugelstoß ein weiteres Mal bestätigen.

Obwohl er sich mit nur einem gültigen Wurf von der Anlage verabschiedete, bleibt für Lasse der Diskuswurf zur Zeit noch ein Dorn im Auge. Dennoch knackte er im zweiten Versuch die 40 m Marke, schleuderte die Diskusscheibe auf die Silberweite von 40,04 m. Einmal mehr stelle er einen neuen Vereinsrekord und gleichzeitig eine Saisonbestleistung auf. Im Wettkampf war Lasse der Führende. Jeder weitere Wurfversuch war hart umkämpft. In den letzten vier Durchgängen hinterlies er eine klasse Arbeitsleistung Richtung Zukunft.

Später mit dem Speer ergab sich ein anderes Bild auf die Festwiese. Die Protagonisten hatten ständig Schwierigkeiten mit entweder, drehenden, oder  stark böigen Windverhältnissen. Hervorragend handelte das eingespielte Team aus dem Bauch heraus. Den zweiten Sieg schon in der Tasche entschied Coach Gilgien spontan, Lasse Schulz zwei Durchgänge vor Schluß des Wettstreit aufzuhören. Schon im zweiten Versuch lies er seinen Wiedersachern mit fünf Metern Vorsprung nicht den Hauch einer Chance. «Dieser Sieg machte ihn noch stärker, mag sein?». Wie stark, rätseln inzwischen auch seine Rivalen?

Nicht ohne Begründung improvisiert er in seinem Rahmenprogramm und konnte im Weitsprung zweimal seine eigene Bestmarke erweitern. Um sich zu bewegen war auf Lasse erneut Verlass. Schlußendlich mit 5,06 m ging das Spiel um Bronze extrem knapp verloren.

A propos Bewegung: Bewegung begünstigt die Sauerstoff-Aufnahme im Hirn, was wiederum die Konzentration fördert. Erkenntnisse: Man kann mit Erfolg und Niederlage besser umgehen, Freundschaften aufbauen, usw. Das alles lernen junge Menschen beim Sport. Die Freizeit mit Tätigkeiten dient der Erholung und nicht dazu, sich neuen Stress aufzubauen.

Das Unternehmen „Parade Disziplin“ beim Kugelstoß ging nahtlos über die Bühne. Die erdrückende Übermacht von Lasse versprach wenig Unterhaltung für den Rest des Jahres. Lasse startete als aussichtsreicher Medaillenkandidat. Das war ein Gefühl, als ob etwas unnormales passiert. Tatsächlich trat Lasse im Ring so furchteinflößend dominant auf, dass die anwesende Gegner ihn nicht ernsthaft gefährden konnte. Ein aktiver Geist lässt die Kopfarbeit fast spielend bewältigen, das lässt einen einerseits launischer, andererseits aber auch menschlicher reagieren. Wenn man auf Platz 2 in der Württembergischen Jahresbestenliste steht, bringt das schon etwas Vorspannung und Erwartung mit sich. Es folgte die erwartete Wende, als die ausgezeichnete Weite von 14,15 m im vierten Anlauf gemessen wurde. Ab diesem Zeitpunkt kam die Konkurrenz gegen Lasse kein weiteres Mal ran. Was immer der Gegner versuchte, hatte Lasse die passende Antwort. Aus dieser Sicht bedeutete die Vorstellung mit der Kugel heute in Stuttgart das 15. Goldpodest nach insgesamt 17 Beteiligungen.

Großes Lob gab es vom Trainer, Konkurrenzgegnern und Freunden der Leichtathletik.

Fazit: Scheitern ist nicht das Gegenteil von Erfolg. Es ist ein Teil davon.

By TVP Webmaster Allgemein Leichtathletik Share: