19.01.2020 Sindelfingen

19. Januar 2020

19.01.2020 Sindelfingen

Sindelfingen-red./ jack. Lasse Schulz ging leer aus

Aufgrund gerade prickelnder Prognosen war bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften im Glaspalast alles angerichtet und der Wettkampf konnte für die Kugelstoßer U18 gegen 15.45 Uhr beginnen. Als Treppchen-Aspirant lag Lasse auf dem Papier in weiter Ferne, wobei er sich dennoch eine minimale Chance ausrechnete, Folge, ein Fauxpas seiner Gegner. Wie immer sehr engagiert seine eindrückliche Art und Weise. Oberste Priorität bleibt der Kugelwettbewerb, mit u.a. Speer und Diskus während der Freiluftsaison im Sommer.

Von allen Protagonisten versperrte der aktuell beste Kugelstoßer Baden-Württembergs den ersten Rang, dies allerdings dürfte Lasse verkraften. Für einen Platz auf dem Treppchen kamen immerhin vier weitere Aspiranten die die 14 m Marke erreicht haben in Frage.

Dafür präsentieren sich die Baden-Württembergischen Meisterschaften von ihrer besten Seite. Am Rande war es eine wahre Herausforderung, selektiv und eine echte Reifeprüfung für alle Teilnehmer im Glaspalast. Nach Absprache mit dem Heimtrainer ging Lasse Schulz den bestehenden Wettkampf,  betreut von seinem Kadertrainer an den Start. Sein Engagement und gute Tipps am Erfolg halfen nicht. Lasse ging frisch und begeistert ans Werk, aber die aktive Umsetzung erstickte schnell im Keim. Da verpasste Lasse sein selbstgestecktes Ziel. Es ist bekannt, dass er kein Naturtalent ist, aber macht dies durch extremen Trainingsfleiß wett. In Sindelfingen hieß es: nichts anbrennen lassen trotz erhöhter Spannung. Wer unzufrieden ist, hat kein inneres Gleichgewicht und das wiederum schafft Konflikte und erschwert die Konzentration. Schließlich gehören die Duelle Mann-gegen-Mann zu Lasse´s Spezialitäten.

Es wurde ein Ansturm von 16 Athleten U18 verzeichnet, die in der Glaspalast-Arena beim Kugelstoßwettbewerb antraten. Nur verlief der Wettkampf aus Trainer Sicht, wie vorausgesagt, nicht vielversprechend. Die Leistungsparameter zeigten düstere Kurven an, die eindeutig eine schwankende und sehr instabile Leistung zur Folge hatten. In der Tat heißt es: kein Durchsetzungs- und Stehvermögen. Wohl eine Tendenz zum Grübeln aber „jack“ sieht das auch als Wachstumschancen. Vorausgesetzt sollte man dabei die Wirklichkeit nicht vergessen. Die Techniker waren gefragt. Der erfolgsverwöhnte dominierende und favorisierte Widersacher setzte erst im dritten Durchgang die endgültige Duftmarke. Dieser Letzte meistert seine Disziplin wie kein anderer. Nun missbraucht er sein Image überall als einziger die Nummer eins zu sein. Außerdem wussten alle von seiner Stärke. Was die Weite wert war, zeigten die nächsten Konkurrenten. Eine gute Ausgangslage als Anwärter einen Podiumsplatz zu ergattern ging an denjenigen, der nach einem regelrechten  „Waterloo“ – Kampf bei den letzten drei Versuchen die besten Reserven hatte.

Von vornherein ließ Lasse sich nicht leicht verunsichern, aber die Kraft lies immer mehr nach, allein die Technik hilft ihm dabei dies zu überstehen. Somit verpasste Lasse sein selbstgestecktes Ziel.

Vor allem nach dem zweiten Versuch schien bei dem 16-Jährigen die Luft draußen zu sein. Nichtsdestotrotz sichert er sich ungefährdet den Einzug ins Finale unter die besten „acht“. Erstklassige Einzelleistungen wechselten sich mit teils haarsträubenden Patzern ab.

Unter der Leitung seines Stützpunkttrainers in Stuttgart, setzte Lasse alles auf eine Karte. Die folgenden letzten drei Versuche halfen das Ergebnis besser zu gestalten. Wie vermutet, probierte er vom ersten bis zum letzten Versuch eindeutig sich zu verbessern. Der vierte Anlauf ging voll daneben. Nun im ultimativ letzten Versuch bäumte er sich noch einmal auf und konnte „kosmetisch“ seine Leistung bis 12,94 m verbessern. Er zeigte, was er drauf hatte und konnte in Sindelfingen die gute Leistung aus den vorherigen Wettkämpfen von Ulm und Mannheim zumindest fundamental nicht bestätigen.

Am Ende stand ein unerwartetes, ernüchterndes Ergebnis für den Plieninger fest. Damit reihte er sich auf dem abgeschlagenen Platz sieben ein. Positiv blieb meistens nur der gute Vorsatz. Schon ungewöhnlich!

Nach dem Wettkampf fielen ehrliche Worte des Heimtrainers an seinen Schützling. Als Fundament haben wir eine schöne Zeit vor uns. Lasse ist bekanntermaßen ein sehr sensibler Mensch. Das Risiko soll ihn nicht unnötig herausfordern. Dies zeigt sich in seiner Gesundheit. Lasse wird es schon hier oder da mal krachen lassen. Regelmäßigkeit bringt Erfolg, dies sollte an erster Stelle auf seiner Prioritätenliste stehen, erwähnte sein Coach-Manager.

Wohlgemerkt, der Heimtrainer hat darüber keineswegs Zweifel und wünscht seinem Schützling viel Glück und Gesundheit für das kommende Wettkampfjahr.

Ich will ein Trainer sein, wie ich ihn mir als Aktiver gewünscht hätte: authentisch und ehrlich. Bei mir gibt es kein Hintenherum. Unsere Athleten sollen mit ihren Meinungen stets nach Möglichkeiten suchen und mit Kampfbereitschaft ans Werk gehen.

Heute endete, ein bisschen verärgert, ein Wochenende für Lasse, aber für den Trainer mit mindestens neuen Erkenntnissen.

Zitat: In einem Jahr wirst Du Dir wünschen, Du hättest heute angefangen.

jcg

 

By TVP Webmaster Allgemein Leichtathletik Share: