16.02.2019 Sindelfingen

16. Februar 2019

16.02.2019 Sindelfingen

Überraschungen sind Lasse Schulz heute fast gewiss, mal aus der Bahn geworfen zu werden.

Er unterlag in Sindelfingen einem Vertreter aus der Schweiz. Zunächst schien sogar der Sieg Tatsache zu werden.

Am Gewohnten hielt sich Lasse in Sindelfingen offensichtlich ängstlich fest. Ändern sich die Gefühle, so verändert sich die Leistungsfähigkeit. Dasselbe gilt für die Denkprozesse. Wenn die geistige Spannkraft nachlässt ist man nicht so gut Form, wie wenn man gerade voll da ist. Auf der anderen Seite war er bereit den Wettkampf verantwortungsvoll und erfolgreich zu beenden. Diesmal gefolgt nach einem schwachen Start schleusten sich unaufhaltsam neue Gedanken ein, die unweigerlich zu Gefühlsveränderung führten. Seine Energie hängt ganz stark von der Tagesform und  der geistigen Verfassung ab.

Den Wettkampf heute verbrachten wir in dieser Saison zum dritten Mal in Sindelfingen im Glaspalast. So fiel die Entschiedung kurzerhand am Dienstag an den Start zu gehen, jedoch aber nur für den Kugelstoß. In diesem Alter werden Athleten heute zunehmend auf einzelne Disziplinen spezialisiert. Für Lasse ist dies nicht der Fall, was seinen Weg beschwerlich macht. Im Besitz von einem offensichtlichen Potenzial, kann er nichtsdestotrotz Ziele erreichen, die wir letztendlich nicht auf dem Schirm haben.

Dass es gerade in Sindelfingen nicht geklappt hat, ist für einen Athleten unglaublich bitter. Und doch muss sich Lasse nichts vorwerfen. Einen Sieg wollte er sich unbedingt holen doch leider wurde nichts daraus. Irgendwann wird er erkennen, dass er dennoch alles richtig gemacht hat. Die Chance auf Regionaler Ebene zu gewinnen ist verlockend und er riskierte alles mit übertriebenem Selbstbewusstsein. Enttäuscht ist er, ja, aber nicht zerstört.

Er bleibt, wie Nathanael Bordne U18 eine Ausnahmefigur in unsere Leichtathletikabteilung, der sich noch lange weit nach vorne behaupten könnte. Nur dynamische Gegner mit Niveau und Tatendrang bleiben für unseren Athleten auf Dauer interessant.

Kleiner Wermutstropfen: Man muss sich aber auch bewusst sein, dass in Sindelfingen teilweise nicht die Stärksten am Start waren. Immerhin war es mal wieder ein gutes Training unter Wettkampf Bedingungen. Der Württembergische Vierte im Kugelstoß verwertete den zweiten Versuch mit einer Weite von 12,00 m und leistete sich einige Fehler. Die Führung konnte er aber nicht lange halten. Im letzten Versuch verspielte er alles. Damit musste er sich mit dem 2. Rang hinter seinem Genossen aus der Schweiz begnügen. Zum Schluss war es ein überraschender und kräftezehrender Wettkampf, wobei Lasse auf die letzten zwei sich bietende Chancen zum Befreiungsschlag wartete, aber nicht anknüpfen konnte. Aus der Traum!. Der Trainer erklärt das so, dass man in den vergangenen Monaten die richtige Technik gefunden hat. Nur hätte es in Sindelfingen mehr Sicherheitsgefühl gebraucht. Besonders für den Athleten ein schlimmes Gefühl, wenn du nur 12 Meter stößt, wo du normal über 13 Meter weit bist. Dann weiß man eh, dass der Käse gegessen ist.

Aber jetzt ist die Zeit reif, um daran etwas zu ändern und wieder für mehr innere Balance zu sorgen. Lasse sollte beharrlich den eingeschlagenen Weg weiter gehen, und keinen Rückwärtsgang einlegen.

Der Trainer weiß, dass das Gute meist irgendwann zurückkommt.

Fazit: Leichtathletik ist Lebensqualität und formt für´s Leben.

 

By TVP Webmaster Allgemein Leichtathletik Share: