04.10.2020 Stuttgart

4. Oktober 2020

04.10.2020 Stuttgart

04.10.2020 Stuttgart, red.-live/jack

Seit Anfang September bis Mitte Oktober werden fast im Wochenrhythmus Wettkämpfe angesetzt und fast in allen Disziplinen und Altersklassen abgehalten. Wir bestreiten sämtliche Wettkämpfe in dieser ungewöhnlichen fast zerrütteten Saison 2020. Am Wochenende stand schon der nächste Formtest an.

Das Festwiesen Stadion in Stuttgart war am Wochenende Schauplatz der Regional-Meisterschaften Einzel und in allen Disziplinen, die gut bis sehr gut besetzt waren, dazu noch Sonnenschein und unterschiedlich stark böiger Wind. So waren die Bedingungen im Stadion Festwiese am Neckar anzutreffen. Mit herbstlichen Bedingungen hatten die Athleten in der Früh zu kämpfen, da es im Gegensatz zur vergangenen Woche doch relativ kühl war.

Beste Ausgangslage für spannende Wettbewerbe im Vergleich mit hochklassiger Konkurrenz „Ein Leichtathletik-Event” der Extraklasse wurde geboten und viele packende Wettkämpfe mit herausragenden Leistungen waren garantiert! Dank eines strengen Hygienekonzeptes konnte der Leichtathletik-Verband noch spät in der Saison seine Titelkämpfe durchführen.

Neue Wettkampfnormalität

Die „neue Normalität“ ein viel diskutierter Begriff in den letzten Monaten, hat auch in der Leichtathletik Einzug gehalten, nämlich, sich strikt an die vorgegebenen „ Covid 19“ Regeln zu halten.

Hinweisschilder den Abstand betreffend, Tische auf denen Desinfektionssprays für Geräte, sowie für die Hände vorbereitet waren, Handschuhe, eigene Mülltonnen und vieles mehr, was für den korrekten Ablauf der Veranstaltung notwendig war, stand bereit.

Eine ehrliche Chance. Im Vierten Anlauf an die Qualifikation heran gekommen

Auf die deutschen Meisterschaften im kommenden Jahr fokussiert, hat sich Lasse Schulz eine ehrliche Chance verdient. Nach erlittener OP Anfang Juni am Schlüsselbein (Stoßarm) , steigerte sich Lasse in Stuttgart erneut mit einer Bestleistung im Kugelstoß. Nicht genug! Im Vierten Anlauf auf der Festwiese in Stuttgart sind 14,91m gemessen worden. Jetzt fehlen nur noch 9cm.

Ein zweiköpfiges Team des TVP nahm an diesen Regional-Meisterschaften teil. Auf der weiblichen Seite dabei Samantha Hübner (U16) W14. Insgesamt acht persönliche Bestleistungen sowie acht Vereinsrekorde nach neun Starts waren die Ausbeute der erbrachten und herausragenden Leistungen.

Schon Im Training am Freitag lag etwas in der Luft. Unsere zwei Kandidaten hinterließen hoffnungsvolle Eindrücke für die Zukunft.

Eine knifflige Aufgabe für Lasse im Kugelstoß, aber unfassbar gut.

In den nächsten kommenden Wettkampfmonaten werden wir jede Gelegenheit ausnutzen, bereits die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften ins Visier zu nehmen. Er gibt bereits ziemlich Dampf, obwohl er technisch noch mächtig Luft nach oben hat. Wir hoffen, dass es so weitergeht, dass er unverletzt bleibt und alle seine Wettkampfziele durchzieht und nicht desto trotz seine Träume verwirklichen kann. Nun besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Filigrane Details führen zu winzigen Veränderungen. Es gilt an einem Tiefpunkt einfach ganz neu anzufangen. Da brachte der Trainer am Sonntag alles ins Lot. Das Mentale hat wiederum eine große Rolle gespielt. Den Platz mit einem Sieg zu verlassen wäre an sich eine gute Sache für unsere anwesenden Athleten und das bei der starken Konkurrenz.

Erlesene Ziele, aber viel „auf und ab“ bei Samantha

Zum sportlichen: Aus Teilnehmersicht ein guter Auftakt, auch wenn einigen Athletinnen und Athleten anfänglich so mancher technische Fehler unterlief oder ohne Gegenwehr da standen, konnten unsere beiden Teilnehmer sich stolz präsentieren.

Die meisten Einsatzzahlen hatte an diesem Wochenende Samantha (W14) die sich mit fünf Disziplinen auseinander setzte. Starke Leistungen waren von ihr zu bestaunen. Reihenweise in allen ihren Disziplinen, lieferte sie unaufhaltsam wie am Fließband, persönliche Saisonbestleistungen und Vereinsrekorde.
Es war erst der zweite Freiluftwettkampf in der laufenden Saison für Samantha.

Aller Ehren wert ihre Anstrengungen. Beim Weitsprung als Auftakt klappte es nicht so recht. Wetterprognosen unterlagen wie immer mit Schwankungen. Von Rückenwind begünstigt sprang Samantha eine moderate Leistung von 4,39 Metern weit im dritten Versuch. Die Umstellung im Weitsprung auf das Brett stellte für sie noch eine große Hürde dar, um eine akzeptable Leistung zu erzielen. Taktisch auf den langen Tag abgesehen und nach Anweisungen des Trainers hörte sie auf. Dabei konnte sie klug an Energie und Kraft für die nächsten schweren Disziplinen sparen.

Nach dem Zeitplan folgte der Kugelstoß mit der 3kg schweren Kugel. Ihr eigentliches Leistungspotential konnte sie nicht ausschöpfen. Dennoch erreichte sie eine gute Platzierungen bei ihrem zweiten Antreten bei der weiblichen Jugend U16 (W14). Auf Anhieb krönte sie eine neue Bestmarke von 8,76m, die den zweiten dritten Platz bedeutete.

Im Diskus hat sie kaum trainiert, so ging es wie erwartet Berg rauf und runter. Es drohte ein Unheil. Die Lage sah sehr kritisch aus. Nach zwei Fehlversuchen blieb nicht viel übrig als einen Sicherheitswurf zu absolvieren. Sie tat sich einen Gefallen und behielt die Nerven. So konnte sie anschließend in einem etwaigen Besten acht Finale den Einzug schaffen. In der zweite Runde erlebte sie selbst ihre nächste Steigerung bis auf 22,75m.  

Ein Auftakt nach Maß für Samantha im Hochsprung

Besonders hervorzuheben ist ihre Leistung im Hochsprung, ihre Lieblingsdisziplin. Eine Rolle als Kandidatin für den obersten Podestplatz zeichnete sich für Samantha ab, da sie alle Höhen bis 1,40m einwandfrei meisterte. Es winkte in Stuttgart der erste Outdoor-Regional-Meistertitel ihrer Karriere. «Das wäre eine Krönung für ihre kurze Saison». Bei 1,45m erreichte sie dabei auch die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Bis dahin bemerkenswert fleißig und sehr zurückhaltend gleicherweise. Nervenstärke hat sie gebraucht um ihre Strategie fehlerfrei zu erfüllen. Ihre Anläufe entpuppten sich als „Pokerspiel“. Das Resultat darum, die entscheidenden Versuche über 1,45m schlugen fehl. Nervenstärke hat sie gebraucht um ihre Strategie fehlerfrei bis 1,40 m zu erhalten. Dennoch war sie dem Trainer gegenüber wachsam. Hier musste sie den zweiten Platz mit zwei andere Gegnerinnen teilen, ein „Highlight“ das in dieser Disziplin immer wieder vorkommt.

Schlussendlich der Speerwurf

Ein Wettbewerb der Samantha zaudernd überflüssige Probleme bereitete. Das Positive, sie verbesserte sich nach jedem Wurfversuch.

Erneut gute, ruhige und sachliche Anweisungen des Trainers schafften Samantha Abhilfe. Sie versuchte jedoch immer mit einem klaren Kopf ihre Taten umzusetzen. Sie wurde dann selbstbewusster und etwas mutiger. 

Mit den Strapazen wurde sie mit einem weiteren zweiten Platz bei einem Endergebnis von 25,59m belohnt.

Chapeau, für deine Leistungen! Sie sind die Bestätigung für die Trainingsstunden, gleichzeitig aber auch Motivation für neue Herausforderungen!

Dieses Jahr kein Regional-Meisterschafttitel für Lasse 

Dieses Kunststück gelang Lasse bei den diesjährigen Leichtathletik-Regionalmeisterschaften nicht. Ein siebtes Mal sollte es nicht werden. Der Reihe nach: schon zwei Wochen zuvor konnte Lasse seine gute Form zeigen und unter Beweis stellen, wo er den Wettkampf mit gestoßenen 14,72 Metern (Saisonbestleistung) für sich entschied. Seit heute Sonntag ist er näher an die Qualifikation gerückt.

Bei der Ausführung seiner ersten drei Wettkampfversuche suchte er noch nach der Feinabstimmung. Im vierten Versuch, mit gehöriger Wut im Bauch, rückte er bis auf den zweiten Platz mit neuer persönlichen Bestleistungen. Sehenswert und beachtlich der Stoß über 14,91m. Damit konnte er dann auch zwei höher gewettete Athleten hinter sich lassen. Aber der Glückspilz des Tages war um ein Jahr älter, sein direkter Gegner vom VfL Waiblingen. Auch in dieser Situation blieb Lasse fair, ohne zu jammern.

Der Wettkampf war schon von Beginn an spannend und sehr attraktiv. Für Lasse ging es nach dem Motto: wer nicht wagt, der kann auch nicht gewinnen! Am Anfang schwankte seine Leistungsfähigkeit erheblich. Man konnte dieser Frage leicht nachgehen und sich fragen: Weder Qualifikation noch Titel oder doch beides. Unzufriedenheit war in Lasse´s Gesicht geschrieben, weil er seinen Weg nicht gefunden hatte. Was wissenschaftlich schon längst bekannt ist: Die Leistungsfähigkeit von Menschen kann im Tagesverlauf drastisch schwanken. Dieser Unsicherheitsfaktor als Druck musste aus dem Weg, so setzte sich der Trainer energisch ein. „Vor einer solchen Herausforderung ist kein Platz zu kapitulieren, wo es eben die meistens tun“  Menschen setzen sich selbst unnötig unter Druck, aber irgendwann kommt ihre Zeit.

Bleibende Werte dennoch bei erwähnenswerten Leistungen im Diskus und Speerwurf

An diesem Tag konnte er weiter selbstbewusst auftreten und in beide Disziplinen einen besonderen Glanz bringen. Lasse stellte sich den am Rande gewohnten Disziplinen. Unser Athlet bekam auch noch die Möglichkeit in der „Late Season“ bei den ein oder anderen Disziplinen mit Bestleistungen anzuknüpfen.

Ausgezeichnet lief es im Diskuswerfen, wo er den 1,5 kg Diskus auf eine neue Bestleistung von 35,96m schleuderte und damit einen weiteren zweiten Rang ergatterte. Der Beschleunigungsweg findet im Ring statt, anders als beim  Speerwurf. Die Beschleunigungsphase verlief bei Lasse sehr unterschiedlich. Kritisch und entscheidend, der Fußaufsatz in der Mitte des Ringes, der durch eine aktiv greifende Fußballenlandung ein weiterdrehen ermöglicht. Dann folgt der eigentliche Spannungsaufbau in der Hauptbeschleunigungsphase, die dann der weiteren Anforderung entsprochen wird. Eine einwandfreie Vorarbeit der Beine (Fußballen) erlaubt eine volle Streckung in der Hüfte.  

Der Speerwurf fand gegen spät Nachmittag statt. Lasse tat sich schwer mit der Geschwindigkeit im Fünf-Schritt-Rhythmus. Er konnte sie mal leicht steigern oder sie fiel ab. Beim Impulsschritt werden Ziele verfolgt: Anlaufgeschwindigkeit soll erhöht werden um eine deutliche Vorspannung im Körper aufzubauen. Sonst wird der Abflugwinkel des Speeres ungünstig. Man vermisste u.a. auch einen energischen Schwungbeineinsatz. Sollen diese Kriterien gut nacheinander koordiniert sein, sind mit Weiten bis 50 Meter bei Lasse zu rechnen. In der Gesamtwertung belegte Lasse in Stuttgart Rang Vier mit der ersten besten Marke des Jahres 2020 von 44,17m.

Ins Eingemachte „Intern“: Samantha übernahm „Intern“ als erste Athletin im Verein mit 25 neuen Vereinsrekorden die Führung gegen Lasse Schulz mit 23.

Fazit: Zahlreiche persönliche Bestleistungen und Saisonbestleistungen zeigen von der guten Form in der sich unsere Sportlerin und Sportler befinden und lässt auf weitere gute Wettkampfergebnisse und Siege hoffen.

Fazit: alle Athlet/Innen und Kampfrichter verhielten sich vorbildlich, die „neuen Bestimmungen“ betreffend, was ja in der Hitze des Gefechtes nicht immer einfach ist

Vorschau: Vorgesehen ist der Start von Lasse Schulz in Eppingen am 10.10.2020. Schafft er die 15,00m???

Schlussfolgerung: An Samantha und Lasse werden wir noch viel Freude haben, beide sind die Sieger der Herzen.

Trainer Jack würdigte die soliden Leistungen beider Athleten, die jedoch nicht ganz in allen Disziplinen an ihr ursprüngliches Leistungsvermögen anknüpfen konnten.

Fazit: Unsere Athleten verbessern ihre Platzierungen im Kreis sowie in der Württembergischen Bestenliste. Auch in der Bestenliste des deutschen Verbandes konnte Lasse Schulz einige Plätze gut machen. Rang 24 ist der momentane Stand.

By TVP Webmaster Allgemein Leichtathletik Share: